Physiologie und Pathologie in der traditionellen chinesichen Medizin

ein überblick der Systematik

Die fünf Wandlungsphasen/ fünf Elemente

Die TCM betrachtet den Menschen als ein Mikrokosmos, der ein untrennbarer Teil des Universums ist und denselben Zyklen und Gesetzmäßigkeiten wie die Natur um ihn herum unterliegt.

Die Wandlungsphasen, auch die 5 Elemente genannt, beschreiben diese Gesetzmäßigkeiten. Sie zeigen die Beziehungen zwischen den fünf grundlegenden Elementen: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.
Jedes Element ist mit bestimmten Organen, Meridianen, Geschmacksrichtungen, Emotionen, Jahreszeiten und anderen Aspekten des Lebens verbunden.

Bild: Die 5 Elemente/ Wandlungsphasen im Ernährungs- ( ) und Kontroll- Zyklus (), in Verbindung mit dem Yin- Yang Symbol.

Bild: Die Elemente und ihre Organe

Der Ernährungs- Zyklus in der Natur

  • Holz Feuer; das Holz ernährt Feuer.
  • Feuer Erde; die entstehende Asche des Feuers ernährt die Erde.
  • Erde Metall; in der Erde konzentrieren sich Mineralien.
  • Metall Wasser; die Mineralstoffe nähren die Gewässer.
  • Wasser Holz; das Wasser nährt die Pflanzen resp. das Holz.

Der Kontroll- Zyklus

  • Holz Erde; die Wurzeln der Pflanzen geben der Erde Stabilität.

  • Feuer Metall; durch die Hitze des Feuers kann Metall geformt werden.

  • Erde Wasser; die Erde leitet die Flüsse und Bäche.

  • Metall Holz; das Eisen schneidet Holz.

  • Wasser Feuer; das Wasser vermag Feuer zu löschen.

Die sieben Emotionen als Pathogene Faktoren

  • Ärger / Wut

    (Leber & Gallenblase)

    Anhaltender Ärger oder Wut kann den Energiefluss im Körper blockieren und zu Spannungen, Bluthochdruck oder Lebererkrankungen führen.


  • Freude / Erregung

    (Herz & Dünndarm / Perikard & San Jiao)

    Übermäßige Freude oder übermäßige Erregung können das Herz belasten und zu Unruhe, Schlaflosigkeit oder Herzklopfen führen.


  • Sorge / Grübeln

    (Milz, Pankreas & Magen)

    Übermäßige Sorge, Grübeln oder Überanstrengung des Denkens kann die Milz belasten und zu Verdauungsstörungen, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten führen.


  • Trauer

    (Lunge & Dickdarm)

    Übermäßige Trauer oder langes Trauern können den Energiefluss des Lungen-Meridians beeinflussen und zu Atembeschwerden, Schwäche oder depressiven Zuständen führen.


  • Angst

    (Niere & Blase)

    Übermäßige Angst oder anhaltende Angstzustände können das Nieren- Qi schwächen und zu Schlafstörungen, Schwäche oder Nierenfunktionsstörungen führen.


  • Furcht

    (Niere & Blase / Herz & Perikard)

    Übermäßige Furcht oder anhaltende Ängstlichkeit können das Nieren- Qi schwächen und zu Schwäche, Nierenstörungen oder Angststörungen führen.


  • Schock

    (Lunge & Dickdarm / Niere & Blase / Herz & Perikard)

    Ein plötzlicher Schock oder ein traumatisches Erlebnis kann den Fluss des Qi im Körper blockieren und zu Herzrasen, Angstzuständen oder emotionaler Instabilität führen.

Die sechs Klimatischen Einflüsse als Pathogene Faktoren

  • Wind

    (Element Holz)

    Der Wind wird als ein dynamischer Faktor betrachtet, der Krankheitserreger in den Körper trägt und sie verbreitet. Er kann verschiedene Symptome verursachen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Erkältungen oder Gelenkschmerzen.


  • Hitze

    (Element Feuer)

    Die Hitze kann im Körper entstehen und verschiedene Beschwerden hervorrufen, wie Entzündungen, Fieber oder Rötungen.


  • Sommerhitze

    (Element Feuer)

    Die Sommerhitze ist eine spezifische Art von Hitze, die durch übermäßige Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen im Sommer entsteht. Sie kann Hitzschlag, Erschöpfung und Flüssigkeitsverlust verursachen.


  • Feuchtigkeit

    (Element Erde)

    Die Feuchtigkeit ist ein pathogener Faktor, der im Körper Stagnation und Schwere verursachen kann. Dies kann zu Schwellungen, Ödemen und Schleimansammlungen führen.


  • Trockenheit

    (Element Metall)

    Die Trockenheit kann den Körper austrocknen und zu Dehydration, Rissbildungen der Haut oder trockenem Husten führen.


  • Kälte

    (Element Wasser)

    Die Kälte kann das Körpergewebe zusammenziehen und den Fluss von Qi (Lebensenergie) und Blut stören. Dies kann zu Schmerzen, Steifheit und Kältegefühl führen, insbesondere in den Gliedmaßen.

weitere Pathogene Faktoren

  • pathogene Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten)
  • ungesunde Ernährung
  • Vergiftungen
  • Traumata
  • schwache Konstitution
  • etc.

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